Wie lässt sich der Haarausfall vermeiden?

Haarausfall ist eine aggressive Angelegenheit. Einige Shampoos, die bestimmte Substanzen und Wirkstoffe beinhalten können den genetische bedingten Haarausfall temporär stoppen, allerdings nur solange, wie diese Produkte benutzt werden.

Weder die PRP Behandlung, noch weniger intensive Laserbehandlung, oder Präparate, die die Hormone bremsen, die den Haarausfall verursachen, können auf längerer Sicht oder gar für immer den genetisch bedingten Haarausfall komplett stoppen.

Die gesamten Behandlungsmethoden, die die Medizin bis heute entdeckt hat, sind nur solange effektiv, wie sie verwendet, bzw. eingesetzt werden. Wenn Sie die Behandlung beenden, so fallen die Haare weiter aus.

Um von einer Therapie oder Behandlung sprechen zu können, sollten wir zunächst den Grund des Problems schildern.

Warum fallen unsere aus?

Das genetische Erbe, d.h. das Erbgut ist sowohl bei Männern, als auch bei Frauen der Hauptgrund für den Haarausfall. Die androgenetische Alopecie oder der so genannte “männliche Haarausfall”, kann auch bei Frauen vorkommen.

Abgesehen davon, sind Schwangerschaft, Stress, Operationen an der Kopfhaut, Traumas, verursacht durch Verletzungen oder Unglücke, Schilddrüsen Über- bzw. Unterfunktion sind weitere Gründe für den Haarausfall.

Alle oben aufgeführten Gründe für den Haarverlust außer für die androgenetische Alopecie, sind temporär, bzw. vorübergehend und können erfolgreich behandelt werden.

Androgenetische Alopecie hingegen, kann für die Dauer der Verwendung von bestimmten Medikamenten zu stoppen, aber sie ist, wie gesagt; aggressiv, bzw. hartnäckig.

Was können wir unternehmen, um den Haarausfall zu stoppen?

1- Nahrungsgewohnheiten umstellen

Omega-3 reiche Nahrungsmittel täglich verzehren

Fischarten, wie Lachs, (Wolfs-)Barsch, (Gold-)Brasse sind fetthaltig und reich an Omega 3 zugleich. Außerdem, Leinsamen, Haselnüsse, Kürbiskerne, Portulak beinhalten ebenso hohe Konzentrationen von Omega 3.

Omega 3 verkürzt einerseits die Anwuchs Zeit von neuen Haaren, wirkt andererseits als hoch anti-inflammatorisch, d.h. beugt Entzündungen vor, öffnet die Poren der Follikel und verhilft ein gesünderes Wachstum für die Haare.

Es sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Omega 3 nicht speziell oder ausschließlich für die Haare nützlich ist, sondern dass sie das allgemeine Immunsystem unseres Körpers stärkt. Somit ist die Omega 3 ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung.

Wenn sie in Ihrem täglichen Diät, die oben aufgeführten Nahrungsmittel bereits verzehren, müssen sie keine zusätzlichen Omega3 Präparate zu sich nehmen.

Den täglichen Proteinbedarf decken

Laut Studien, wird das Haarwachstum durch unzureichende Proteinzufuhr gestoppt, weil der Körper das wenig vorhandene Protein für die lebenserhaltende Funktionen verwendet, so dass es für das Wachstum der Haare nichts mehr übrig bleibt.

Der Kalorie Bedarf des Körpers sollte zu 10 bis 35% durch Proteine gedeckt werden. Mit anderen Worten, sollte jeder Erwachsene täglich 46 bis 56 Gramm Protein zu sich nehmen.

Protein sollte nicht nur aus tierischen Nahrungsmitteln konsumiert werden, sondern auch aus pflanzlichen Quellen. Die tägliche Diät sollte auch Getreide, Nüsse, und Hülsenfrüchte enthalten. Einige proteinhaltige Nahrungsmittel sind:

  • Tierische Proteinquellen:

Rotes Fleisch, Fisch, Truthahn, Hühnerfleisch

  • Hülsenfrüchte

Linsen, (Rot-)Barbe, Bohnen, Kichererbsen

  • Getreide

Dunkle Pasta, Hafer, Vollkornbrot und Graupe (auch Bulgur genannt)

  • Nüsse

Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Kaju, Pistazien, Sonnenblumenkerne

“Beere” auch täglich verzehren

Zarte Waldfrüchte wie Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, schwarze Maulbeeren, beinhalten am meisten anti-oxidante Stoffe. Diese Nahrungsmittel bieten Vitamin A, E, K, B, C und andere Mineralien und Spurenelemente, Fasern und weitere anti-oxidante Stoffe. Die Ellagsäure blockiert die Follikel Enzyme und verhilft einem gesunden Haarwachstum.

Eisenhaltige, bzw. Eisenreiche Nahrungsmittel verzehren

Eisenmangel im Körper ist einer der weiteren Gründe für den Haarausfall. Eisen ist eine der Mineralien, die das Haar unterstützen und ernähren. Eisen lässt sich in Austern, Muscheln, rotem Fleisch, Bohnen und in einigen weiteren Hülsenfrüchten finden.

2- Stress vermeiden und fern halten

Keiner von uns würde gern unter dauerhaften Stress leben. Stress ist meistens keine Entscheidungssache, sondern eine Situation, in der wir uns irgendwie befinden.

Stress schwächt unser Immunsystem und öffnet die Tür für potenzielle Krankheiten. Die gute Nachricht ist, dass wir Stress bewältigen, bzw. das Stressniveau senken können.

Hier sind einige stressmindernde Methoden, die uns von der Wissenschaft übermittelt wird:

Regelmäßige körperliche Aktivitäten, d.h. Sport und Bewegung

Sport und Bewegung setzen Glückshormone frei und bekämpfen somit Stress. Außerdem ist die positive Auswirkung von Sport auf das Arbeitsleben und das Selbstbewusstsein schon längst erwiesen.

In Großbritannien haben Krankenkassen damit aufgehört, Medikamente gegen Depressionen zu finanzieren, außer bei schwerwiegenden Depressionsfällen versteht sich. Stattdessen verschreiben, bzw. empfehlen Ärzte den Patienten Sport und Bewegung, d.h. regelmäßige körperliche Aktivität.

Draußen, bzw. in der Natur mehr Zeit verbringen

Laut Studien, besteht ein enges Verhältnis zwischen der Wachstumsrate in der Verstädterung und den dazu parallel wachsenden psychologischen Krankheiten oder Störungen. Das wettbewerbsorientierte Stadt- und Arbeitsleben, Luft-, und Umweltverschmutzung, Lärmbelästigung, Distanzierung von der Natur sind Gründe für die Zunahme an psychologischen Krankheiten.

Eine Studie von der Stanford Universität stellt unter Beweis, dass Menschen, die an einem 90 minütigen Spaziergang in der Natur teilnehmen, deutlich mehr negative Gedanken und Sorgen los werden, als Menschen, die an einem ähnlichen Spaziergang innerhalb einer Metropole teilnehmen.

Zusätzlich sei es laut unterschiedlicher Studien wichtig; eine ausgeglichene Ernährungsgewohnheit zu haben, Kaugummi zu kauen, Atemübungen zu machen und ein Hobby zu haben, um das Stressniveau niedrig zu halten.

Die Zeit in den sozialen Medien zu beschränken

Die British Columbia Universität hat eine einwöchige Studie mit 124 Personen durchgeführt, in dem sie einige der Teilnehmer der Gruppe aufgefordert hat, ihre E-Mails täglich höchstens dreimal zu kontrollieren und die übrigen Teilnehmer wiederum, ihre E-Mails jederzeit, nach ihrem Belieben zu kontrollieren, Am Ende / Zum Schluss der Studie hat es sich herausgestellt, dass die Gruppenteilnehmer, die ihre E-Mails täglich dreimal kontrollierten, sich weniger unter Stress gefühlt haben, als diejenigen, die ihre E-Mails beliebig oft kontrollieren dürften.

Andererseits, wird bei diversen Forschungen festgestellt, dass es eine direkte Verbindung gibt, zwischen der in den sozialen Medien verbrachen Zeit und der Häufigkeit, an einer depressiven Störung erkrankt zu werden.

Eine durch die Michigan Universität durchgeführte Studie hat herausgestellt, dass die Unzufriedenheit mit dem Leben umso mehr zunimmt, umso mehr Zeit bei Facebook verbracht wird.

3- Dauerwelle, Haare glätten, Haarlocken vermeiden. Die Föhnmaschine nur begrenzt nutzen.

Wenn die Follikel regelmaessig Hitzewellen ausgesetzt werden, können Sie geschwächt werden und dies wiederum beschleunigt den Haarausfall. Ebenso beschädigt die Dauerwelle die Haarwurzel. Verwenden Sie natürliche Methoden, um Ihre Haare zu trocknen.

4- Ärztliche Unterstützung in Betracht ziehen

Die oben aufgeführten Hinweise zu beachten bietet einigermaßen Lösungen, um den nicht genetisch bedingten Haarausfall zu bekämpfen. Für den genetisch bedingten Haarausfall suchen Sie bitte einen Arzt oder eine Ärztin auf und konsultieren Sie ihn/sie.

Heutzutage bieten Therapien wie PRP, Mezzo-Therapie, Laseranwendungen, positive Ergebnisse bei der Bekämpfung von Haarausfällen. Wenn Sie sich durch Ihr Aussehen dennoch gestört fühlen, dass kann man Ihnen vielleicht nach einem Vorgespräch eine Haartransplantation oder eine Haarsimulation empfehlen. Die Erfolgsaussichten bei einer Haartransplantation sind heute ziemlich hoch.